| fort - da |
| mixed media installation | artist's book 1993 |
Paris 1992 |
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(1) Durch das Haustor 5 rue de Lille aus dem urbanen
Getriebe in die Stille eines Innenhofs eingetreten nimmt die Fensterreihe der
1.Etage den Blick gefangen. Weiße Fensterläden geschlossen und erweitert um
ihre quasi negativen Abbilder inszenieren eine grafische Serie, die im Verweis
auf die frühere Anwesenheit hinter damals offenen Fensterläden markierten
Zeilen auf der Hausfassade nun die Abwesenheit des Bewohners zu lesen gibt. |
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(2) Im Kontext dieser durch den Tod 1981 auf der
Hausmauer sichtbar gewordenen Schrift soll als strukturelle und referentielle
Entsprechung die Doppelseite 60/61 von Le Seminaire livre XI,
Les quatre concepts fondamenteaux de la psychoanalyse, Seuil 1973 dienen.
Da rekurriert Jacques Lacan in seiner Relektüre von Freud auf dessen mit fort - da
signifikant in Jenseits des Lustprinzips beschriebenes
Spulenspiel, das titelgebend Abwesenheit und Anwesenheit verknüpft. |
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(3) Bei Freud war es eine Holzspule, über einen
Faden mit der Hand des Kleinkindes verbunden, das durch Fort-rollen und
Wieder-holen lautmalerisch begleitet von o- und a-Lauten das Trauma der
abwesenden Mutter zu verarbeiten symbolisch einübt.
Vom Subjekt abgelöst sowie ihm zugehörig, spricht Lacan vom objet petit a,
als das im fotografischen Medium die Filmspule dienen soll, auf der vor-
und zurückgespult Lichtbilder aufgenommen und festgehalten werden, die
immer schon Abwesenheit als trügerische Anwesenheit repräsentieren. |