fort - da
mixed media | artist's book 1992/93 >>>
(1) Ich blicke, im Hof des Hauses 5 rue de Lille stehend, auf die Fensterreihe im 1. Stock. Die weißen Fensterläden sind geschlossen und repräsentieren die Abwesenheit des Bewohners, so wie die Negativbilder dieser Fensterläden auf der Mauer seine frühere Anwesenheit repräsentieren. Ich sehe Fotografien: Positiv – Negativ. Die Voraussetzung, daß ich sie sehen kann, ist die Abwesenheit. Fotografien repräsentieren Abwesenheiten.
(2) Diese durch Anwesenheit – Abwesenheit entstandenen Fotografien begleiteten meine Lektüre von Lacan und finden ihre Entsprechung in den Vorlesungen vom Februar und Juni 1964. Hier rekurriert Lacan auf das von Freud in „Jenseits des Lustprinzips“ beschriebene Spiel des fort – da. Die Wiederholung dieses Spiels ist die Einübung in das Auftreten der Abwesenheit.
(3) Gespielt wird fort – da mittels einer Spule, die mit einem Faden mit der Hand verbunden ist und bei Lacan „objet petit a“ heißt. Dieses stellt eine kleines Etwas vom Subjekt dar, das sich ablöst, aber trotzdem ihm zugehörig ist. Filme sind auf Spulen gerollte Bilder.