Das 1992 für das erst nominell existierende Jüdische Museum
entwickelte Konzept basierte auf der Annahme eines Standortes Judenplatz. Eine
fotografische Vermessung des intimen Platzraums von dessen Mittelpunkt aus -
radial in 12 Kamerapositionen auf 3 Höhen - wurde als Assemblage realisiert, die
das 360°-Panorama des Platzes in linearer Rasteranordnung entfaltet zeigt, ergänzt
um eine vierte Ebene 12 leerer Rahmen, die auf die unterirdischen Spuren jüdischer
Geschichte verweisen, die Fundamente der Anfang des 15. Jahrhunderts ausgelöschten
'Judenstadt'.
1421 wurde die jüdische Gemeinde vertrieben, die mittelalterliche Synagoge geschleift
und als Baumaterial bei der Errichtung der Universität verwendet. Der ursprünglich
als Schulhof bezeichnete Platz erfuhr nach Neuer Platz 1434 eine Umbenennung in
Judenplatz.
Die eine historische Leerstelle symbolisierende Reihe bildloser Rahmen, die den von
Verwerfungen gekennzeichneten Bild- als Stadtraum tragen, markieren zugleich den Ort
eines zukünftigen jüdischen Museums. |