Die 10teilige Fotoauswahl mit Fokus auf den für das Konzentrationslager buchstäblich grundlegenden Steinbruch eröffnet mit einer Totale (Bild 1) des südlichen Mühlviertler Hügellands, bildräumlich gestaffelt über landwirtschaftliche Flächen hinweg auf die Horizontlinie mit der strategisch positionierten KZ-Anlage, ausgerichtet auf den im vegetativen Grün des abfallenden Geländes sich abzeichnenden Steinbruch ‘Wiener Graben’, der (neben anderen Granitvorkommen im Raum Mauthausen) unter Kommando und Kalkül der SS bestimmend für den Standort des KZ sowie Signatur nationalsozialistischer Politik und Ökonomie realisiert mit der Arbeitskraft von KZ-Häftlingen war und von der 1938 für den Materialbedarf von Gro&stlig;bauprojekten des Deutschen Reichs eigens gegründeten Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST) betrieben wurde.
Aus umgekehrter Perspektive, im Rücken die aus vor Ort gebrochenem Stein errichtete KZ-Anlage mit dem signifikanten wachtürmebewehrten Haupttor, referiert die weitere Bildfolge (Bilder 2-5) auf den Weg abwärts in den Bruch – über die ‘Todesstiege’ im Gedenken der von SS-Bewachern und Kapos malträtierten sowie ermordeten Zwangsarbeiter, ungefüge Steinstufen hinunter und hinauf getrieben bzw. von der Bruchkante gestürzt und im zynischen Jargon der Täter als ‘Fallschirmspringer’ bezeichnet – und folgt (Bilder 6-10) in der Grube den steilen Abbauwänden aus blaugrauem, von Gelb- und Rosttönen akzentuierten Granit, die in wassergefüllten Abbaugruben gespiegelt und fortschreitend vegetativ überwachsen den Nicht-Ort nationalsozialistischer Täterschaft am Übergang zum Naturidyll erscheinen lassen. ©mtl |